robertkiesinger.at
Texte, die aus der Praxis entstehen. Keine Ratgeber-Rhetorik, sondern Denkanstöße für alle, die Organisationen ernsthaft verstehen wollen.
Familienunternehmen
Juli 2026
Anteile lassen sich übertragen. Die Fähigkeit, einem Unternehmen eine Richtung zu geben, nicht. Was bei einer Übergabe wirklich übergeben werden muß.
Führungskultur
Ein Team kann hochaktiv sein und trotzdem nirgendwohin kommen. Das ist selten ein Kompetenzproblem. Es ist ein Orientierungsproblem, das sich als Handlungsdruck tarnt.
Konfliktkultur
Ein Team streitet, die Wogen glätten sich, ein paar Wochen später der nächste Konflikt, anderes Thema, gleiche Heftigkeit. Wer genau hinschaut, erkennt ein Muster.
Juni 2026
Wenn wirtschaftlicher Druck steigt, verlassen Führungskräfte ihre eigentliche Position. Sie werden zu hervorragenden Ruderern. Und verlieren dabei die wichtigste Funktion, Orientierung zu geben.
Entscheidungskultur
68 Prozent der Führungskräfte überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten. Je länger jemand erfolgreich war, desto wahrscheinlicher wird das. Und desto seltener sagt es jemand.
Gute Führung delegiert. Irgendwann haben viele Führungskräfte genau das gelernt. Und dann kommt trotzdem eine Erschöpfung, die kein besserer Kalender löst.
Es gibt eine Art von Erschöpfung, die nach dem Urlaub noch da ist. Die nach acht Stunden Schlaf da ist. Wenn Erholung nicht hilft, liegt das Problem woanders.
Viele Führungskräfte sind nicht erschöpft, weil sie zu viel arbeiten. Sie sind erschöpft, weil die Sprache ihrer Organisation keine Antwort mehr auf die Frage kennt, wozu das alles eigentlich gut ist.
Führung & Kultur
Mai 2026
Wer am längsten funktioniert, bricht oft am härtesten zusammen. Der Grund liegt nicht in mangelnder Stärke, sondern darin, daß Resilienz-Training systematisch am falschen Ort ansetzt.
Wer innerlich kündigt, hat nicht aufgehört, sich für Arbeit zu interessieren. Er hat aufgehört zu glauben, daß der eigene Beitrag einen Unterschied macht. Die Diagnose richtet sich an die Führung, nicht an die Mitarbeitenden.
Wenn Bedrohung wegfällt, aber kein gemeinsames Wozu vorhanden ist, orientieren sich Menschen am nächstverfügbaren Bezugspunkt. Was entsteht, ist kein Mut. Es ist strategisches Wohlverhalten.